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NICH VERGESSEN! Heute 20.15 uHR auf ARD Die Mauer ´61!!!
4.10.06 15:13


INTERVIEW

Berliner Illustrirte Zeitung: Man nennt sie den deutschen Bruce Willis, den zweiten Götz George. Doch sie selbst bezeichnen sich durchaus auch als weich... Herr Ferch, ist das so?

Heino Ferch: Mann! Diese Schlagwörter, die da in der Weltgeschichte rumgeistern, sind doch nur der Versuch, einen greifbar zu machen. Es muss immer was sein, "so wie". Ich finde das bescheuert. Bruce und Götz stehen für ein kerniges, zupackendes, raubeiniges Männerbild. Ich strahle bestimmt eine ähnliche Energie aus wie Götz, und ich bin gerne jemand, der anpackt, vorantreibt. Ich bin aber vor allem jemand, der richtig Bock drauf hat zu spielen. Und mit "weich" meine ich, dass ich auch durchlässig bin. Ich brauche diese andere Seite, um auch die leiseren Rollen gut zu spielen. Nur: Diese weichen und schwächeren Seiten werden nicht so gesehen, weil man die gerne und schnell übersieht.

In Ihrem neuen Film "Die Mauer" spielen Sie den Vater Hans Kuhlke, der eine kleine Schuld auf sich lädt und damit die Familie in ein großes Drama stürzt. Hans Kuhlke lügt, er weint, er schlägt, er lässt sich gehen. In Ihren Augen ein starker oder schwacher Mann?

Ein Mensch. Ich spiele einen ganz normalen Menschen, einen einfachen Bauarbeiter, der unter etwas zusammenbricht, was er gar nicht beeinflussen kann. Hans Kuhlke implodiert in diesem Film. Und er ist eben feige, weil er sich nicht traut, in den Osten zurückzugehen, wo er Kupfer geschmuggelt hat. Als dann alle Versuche, den Sohn zu sich in den Westen zu holen, scheitern, verliert Hans jegliche innere Stabilität. Hans Kuhlke war einfach ein Stück zu feige.

Ist Feigheit in Ihren Augen eine Schwäche?

Ich möchte Schwäche gar nicht werten. Feigheit kann ja auch Überlebenskampf sein. Wenn da vorn an der Ecke zwei zwielichtige Gestalten auf eine Frau losgehen... würde man da einsteigen? Würde man da wirklich eingreifen, wenn man nicht gerade einen Baseballschläger in der Hand hat? Da sagt man sich auch, man ist zu feige, in einen solchen Kampf hineinzugehen, weil man Angst vor dem Messer hat, das, zack, ganz schnell im eigenen Bauch landen kann. Generell finde ich, dass Schwäche eigentlich Stärke ist. Weil Schwäche zulässt, weil Schwäche die Augen öffnet und dich mehr hineinschauen lässt in den anderen Menschen. Schwäche hat mehr Ruhe. Also, ich finde Schwäche ist ein sympathischer Geselle.

Gestehen Sie uns eine Ihrer persönlichen Schwächen?

Ungeduld. Mit mir selbst, als auch mit anderen. Und eine meiner Schwächen ist, von anderen das zu erwarten, was ich selber von mir erwarte. Ich mag das nicht, mal ein bisserl hier, mal bisserl da. Ich versuche alles, was an mich herangetragen wird, hundertprozentig zu machen, mit großer Leidenschaft und Genauigkeit.

Ist Ihnen Pünktlichkeit wichtig?

Wenn ich in einer Stunde irgendwo verabredet bin, und alles sich schiebt, ich aber gesagt habe, ich schaffe das zum nächsten Termin pünktlich, dann beeile ich mich so sehr, dass, wenn ich ankomme, ich selbst fünf Minuten zu früh da bin, und innerlich bin ich längst zehn Minuten drüber. Dann denke ich: "Du Vollidiot. Mach dir doch nicht so viele Gedanken." Das ist eine echte Schwäche von mir. Ich finde zwar einerseits, sich viele Gedanken zu machen ist gut, aber... ich würde gerne manchmal weniger denken.

Gibt es eine Unzulänglichkeit, mit der Sie es Ihrer Umwelt oft schwer machen?

Na ja, wenn ich zum Beispiel wie jetzt gerade dabei bin, 60 Drehtage wegzustecken und eigentlich wie 'ne Lampe bin, bei der der Stecker rausgezogen ist. Wenn ich in einem Arbeitsprozess drin bin, dann denke ich sehr viel an die Rolle, da muss ich dann so einen Energielevel halten, damit ich die Rolle auch packe. Privat bin ich dann manchmal unfair. Zu heftig. Oder ich bin von mir enttäuscht und lasse es dann woanders aus.

Was ist das Letzte, was Sie gebrauchen können, wenn Sie sich schwach fühlen?

Jemand, der kommt und sagt: "Siehst du!" Oder: "Hab ich doch gleich gesagt!"

Und was wünschen Sie sich, wie soll man auf Ihre Schwächen reagieren?

Liebevoll. "Macht nix" statt "Siehste."

Wo zeigt Heino Ferch Schwäche?

In meinem Beruf kann ich Schwäche zeigen und verkörpern. Ohne dass das gleich einen therapeutischen Charakter haben soll. Denn diese Nummer "Ich therapiere mich selbst durch meine Arbeit" mag ich gar nicht. Ich spiele, weil ich Lust an den Figuren habe, weil es mir gefällt, wie sich zwei Menschen zwischen den Zeilen begegnen.

Und privat? Können Sie da Schwäche zeigen?

Ja. Natürlich. Wo, wenn nicht da, bin ich blank, bin ich der, der ich bin. Bei deinen engsten Freunden muss das möglich sein. Lange, intensive Freundschaften oder die Liebe, das sind doch Beziehungen, die große Rücksicht und große Behutsamkeit brauchen. Allerdings, dem Menschen, mit dem du zusammenlebst, kannst du nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit mit deinen Schwächen auf die Nerven gehen.

Wie ist es mit der Stärke und der Schwäche in Ihrer Ehe?

Also ich freue mich, wenn ich daneben stehe und meine Frau die Nummer schaukelt. Finde ich großartig! Wenn ich von etwas nicht so sehr die Ahnung habe wie sie, bei den Pferden zum Beispiel, lass ich die Finger davon. "Mach du!", sag ich. Ich könnte es ja versauen.

Sie waren Leistungsturner und sind dann zur Schauspielerei gekommen. Als Turner wird viel Härte gefordert, als Schauspieler soll man dann plötzlich auch Schwächen zulassen können. Wie ging das?

Kunstturnen ist etwas, was lange weh tut. Man muss eisern sein. Immer wieder auf die Schnauze fallen und aufstehen. Beim Turnen, da geht es um diese Disziplin, die ja auch viel mit Festhalten zu tun hat. Ich kam ja schon als Schüler zur Schauspielerei und plötzlich ging's ums Loslassen. Ich musste den Sport erstmal komplett hinter mir lassen. Das war keine leichte Zeit. Mir hat die Schauspielschule dabei geholfen. Wir haben viel an Improvisation gearbeitet. Man geht in eine Situation rein, muss spüren, das Gefühl erkennen, erfassen und spielen. Dieses Wechselspiel zwischen Festhalten und Loslassen, was die Schauspielerei fordert, das musste ich erst einmal als Lust begreifen. Fast wie eine erotische Komponente.

Was war die härteste Lektion, die Sie auf Ihrem Weg als Schauspieler lernen mussten?

Tatsächlich lernen, dass meine Schwäche meine Stärke ist. Auch eine Schwäche dafür zu entwickeln, nichts zu machen, einfach zu sein. Das konnte ich mir mit 18, 19 Lenzen natürlich gar nicht vorstellen, dass es dann plötzlich heißt: "Sei einfach mal nur so da. Das reicht dann schon." Das ist ein Prozess, der einen sehr ungeduldig macht. Weil man Fortschritte will, die auch gleich sehen und gelobt werden möchte. Sofort! Du bist, wenn du mit der Schauspielerei anfängst, wie eine Vase, die gefüllt werden möchte, aber während du lernst, müssen auch Risse, Brüche und Schwächen dazu kommen, damit eine Persönlichkeit entsteht. Da hilft dir dann auch das Leben, harte Krisen, durch die du durch musst...

Sie sprechen von Krisen. Wann haben Sie das letzte Mal geweint?

Gestern. Vor Rührung. Gestern war Weltcupfinale in Aachen. Da hatte ich feuchte Augen. Wenn ich in der Philharmonie sitze und die ersten Takte einer großen Symphonie höre, dann habe ich sofort Tränen in den Augen. Ich bin dann überwältigt. Oder wenn Jos Lansing den fünften Ritt Null Fehler gemacht hat, bei diesem Hammer-Parcours, und so ein Stadion Kopf steht, dann nimmt mich so was mit. Ich bin bei so was sehr nah am Wasser gebaut.

Ihr Vater war Marinekapitän. Ein starker oder ein schwacher Vater?

Ich glaube, man muss schon ganz schön stark sein, um sein Leben lang auf See zu sein. Und alleine zu sein. Da braucht man viel Stärke. Ich bin da anders. Ich bin gerne mit Menschen zusammen, ich würde nie alleine in den Urlaub fahren wollen.

Wie war das, Sohn eines Kapitäns zu sein?

Es war, wie es war. Drei Monate ist der Vater da. Drei Monate ist er weg. Es war immer eine Ausnahmesituation, letztlich. Du hast eben nie einen Alltag mit deinem Vater. Ich habe erst 20 bis 30 Jahre später begriffen, was das mit mir gemacht hat. Ich habe begriffen, dass diese Schnittstellen von Kommen und Gehen unheimlich sensibel behandelt werden müssen. Heute, wenn ich Drehen gehe, versuche ich unheimlich auf die Schnittstellen aufzupassen, weil ich weiß, dass diese Zeiten des Kommens und Gehens ganz schwierige Momente sind.

Und bei was wird Heino Ferch schwach?

Guter Vollmilchschokolade.

Und noch etwas?

Das Interview ist leider zu Ende.
4.10.06 15:21


Neue TV Termine

MORGEN 07.10.2006
00:50 Uhr auf Arte "im freien Fall"
Wdh. 14:50 Uhr

Freitag 13.10.2006
23:30 Uhr auf ARD "der Anwalt und sein Gast"
6.10.06 21:06


Neues Projekt

ein neues Projekt, an dem Herr Ferch arbeitet.
15.10.06 12:30


INTERVIEW

„Haben Sie was gegen Helden?“
Heino Ferch über die Mauer, Skilehrer und Lust auf Schwierigkeiten, die nicht gelöst werden können

Herr Ferch, jetzt graben Sie sich als Hauptdarsteller von „Die Mauer“ schon wieder durch deutsch-deutsche Geschichte, wie vor ein paar Jahren im „Tunnel“.

Ich grabe ja gar nicht.

Okay, Sie wollen in dem Film von West- nach Ost-Berlin schwimmen, durch den Kanal. Ich denke aber auch an das „Wunder von Lengede“, „Luftbrücke“, „Der Untergang“ – immer Heino Ferch mittendrin.

Wenn Sie das so sehen wollen. Gut, es gibt die Filme, die produziert werden. Es gibt mich als Schauspieler, der auf diese Rollen passt, vielleicht anders als andere. Und es gibt von mir eine große Lust, Geschichten der deutschen Geschichte zu spielen, gerade auch unter der Regie von Regisseur Hartmut Schoen, wie jetzt bei der „Mauer“.

Die typische Heino-Ferch-Rolle, was passt da genau? Was verbindet den Bauarbeiter Hans Kuhlke, der sich in „Die Mauer“ an den US-Präsidenten wendet, um seinen Sohn aus Ost-Berlin frei zu bekommen, mit dem Harry Melchior aus dem „Tunnel“?

Der Melchior war ein Hasardeur mit einem gehörigen Bumms. Der hat im Ostsektor das Maul aufgerissen. Der hat einen Spaten in die Hand genommen und gesagt: Ich mach das, ich buddel hier einen Tunnel.

Eine klassische Heldenfigur.

Helden werden das aber auch nur dann, wenn die Geschichte gelingt. Wenn es daneben geht, sind sie für die meisten Deppen. Für „Die Mauer“ hat Hartmut Schoen eine Geschichte geschrieben, die stellvertretend ist für tausend Geschichten, die im August 1961 in Berlin und Deutschland stattgefunden haben. Eine Kleine-Mann-Geschichte, beste KenLoach-Manier. Die Kuhlkes sind eine durch den Mauerbau zerrissene Familie. Einfache, gerade Menschen, über die die große Politik zusammenbricht.

Hasardeur oder kleiner Mann – welcher Typ ist Ihnen persönlich näher?

Ach, wissen Sie, das sind immer so Journalistenfragen: nach dem Schauspieler und seinen Rollen.

Man ist ziemlich überrascht von der Figur, die Heino Ferch diesmal spielt. Von wegen Held. Am Ende ist der Kuhlke ein gebrochener Mann …

… nachdem seine Frau mit seinem Freund geschlafen hat, um Geld für einen Anwalt zu beschaffen, der ihnen helfen soll, ja. Kuhlke gibt sich selber schuld an der getrennten Familie, wird lethargisch. Dann der Fluchtversuch des Sohnes.

Ohne zu viel zu verraten , was bei diesem Film besonders überrascht: Happy Ends sehen anders aus, vor allem zur Primetime im deutschen Fernsehen.

(wie aus der Pistole geschossen) Das ist schon ziemlich erstaunlich, mutig. Zuerst war da die Idee, die Flucht anders ausgehen zu lassen. Ich bin heilfroh, dass wir das nicht getan haben. Diese Geschichte steht stellvertretend für viele, viele Mauergeschichten, die passiert sind. Das ist auch eine Frage des Respekts, das man das am Ende um der Zuschauererwartung willen nicht zu versöhnlich erzählt hat.

Sie sind 1963 in Bremerhaven geboren, nach dem Mauerbau. Konnten Sie für „Die Mauer“ mit Zeitzeugen reden?

Ein Teil meiner Familie lebte bei Stralsund. Ich war regelmäßig drüben. In meiner Jugend tourte ich als Turner durch Ostblockstaaten, traf Menschen, die sich mit dem Gedanken trugen, sagen wir, etwas zu ändern. Nach dem Studium habe ich fünf Jahre in der Mauerstadt gelebt. Ich kenne die Fluchtproblematik, die getrennten Freunde und Familien.

Zurück zu diesen, wie Sie sagen, Journalistenfragen, zum Image von Heino Ferch: dem Typ „harter Kerl“, „deutscher Bruce Willis“. Ihre meiner Meinung nach schönste Rolle ist die des zaudernden Skilehrers, der am Ende Selbstmord begeht: in Tom Tykwers wunderbarem Film „Winterschläfer“ von 1996. Das mussten sie sehr verhalten spielen, ähnlich dem Kuhlke.

Das reizt mich ja genauso wie diese zupackenden Heldenrollen. Es gibt halt Filme, wo Sie mehr mit dem Säbel rasseln. Die bleiben mehr im Gedächtnis, mit denen werden Sie identifiziert. Produktionen, die nicht so laut daherkommen, haben es schwerer. Da muss man als Schauspieler aufpassen, nicht in so eine Ecke zu geraten. Ich mag es nicht, in derselben Konstellation zweimal aufzutauchen. Dieses Schubladendenken gibt's übrigens nur in Deutschland. Aber schön, dass Sie den Skilehrer im „Winterschläfer“ ansprechen. Da schließt sich für mich mit dem Hans Kuhlke in der „Mauer“ ein Kreis.

Inwiefern?

Wegen des Themas der Männer in beiden Filmen: Versagen und Schwierigkeiten nicht lösen können. Das ist mir sehr wichtig, diese Facette zu zeigen. Sie sagen es ja, man kennt mich vorwiegend aus anderen Sachen, Heldengeschichten. Das nervt in dem Moment, wenn es nur noch aus einer Richtung kommt. Das möchte ich unterminieren.

Steuern Sie in Ihrer Rollenauswahl bewusst ein Image ?

Soviel ich steuern kann. Gott sei dank kriege ich schöne Sachen angeboten.

Gerade haben Sie schon wieder eine Heldenrolle abgedreht, in dem Sat 1-Zweiteiler „Auf der Jagd nach dem Schatz von Troja“.

Haben Sie was gegen Helden? Aber okay, vielleicht bin ich dafür wirklich der Typ, weil man sagt: Der Ferch hat immer funktioniert, weil er da auch Publikum zieht. Den Heinrich Schliemann in „Troja“ empfinde ich allerdings überhaupt nicht so. Der war ein Besessener mit einer Vision, die er um jeden Preis realisieren wollte. In diesem Film durfte ich übrigens auch wieder graben – wenn Ihnen das jetzt Freude macht.

Das Gespräch führte Markus Ehrenberg
15.10.06 16:08


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