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Stories

INTERVIEW

Berliner Illustrirte Zeitung: Man nennt sie den deutschen Bruce Willis, den zweiten Götz George. Doch sie selbst bezeichnen sich durchaus auch als weich... Herr Ferch, ist das so?

Heino Ferch: Mann! Diese Schlagwörter, die da in der Weltgeschichte rumgeistern, sind doch nur der Versuch, einen greifbar zu machen. Es muss immer was sein, "so wie". Ich finde das bescheuert. Bruce und Götz stehen für ein kerniges, zupackendes, raubeiniges Männerbild. Ich strahle bestimmt eine ähnliche Energie aus wie Götz, und ich bin gerne jemand, der anpackt, vorantreibt. Ich bin aber vor allem jemand, der richtig Bock drauf hat zu spielen. Und mit "weich" meine ich, dass ich auch durchlässig bin. Ich brauche diese andere Seite, um auch die leiseren Rollen gut zu spielen. Nur: Diese weichen und schwächeren Seiten werden nicht so gesehen, weil man die gerne und schnell übersieht.

In Ihrem neuen Film "Die Mauer" spielen Sie den Vater Hans Kuhlke, der eine kleine Schuld auf sich lädt und damit die Familie in ein großes Drama stürzt. Hans Kuhlke lügt, er weint, er schlägt, er lässt sich gehen. In Ihren Augen ein starker oder schwacher Mann?

Ein Mensch. Ich spiele einen ganz normalen Menschen, einen einfachen Bauarbeiter, der unter etwas zusammenbricht, was er gar nicht beeinflussen kann. Hans Kuhlke implodiert in diesem Film. Und er ist eben feige, weil er sich nicht traut, in den Osten zurückzugehen, wo er Kupfer geschmuggelt hat. Als dann alle Versuche, den Sohn zu sich in den Westen zu holen, scheitern, verliert Hans jegliche innere Stabilität. Hans Kuhlke war einfach ein Stück zu feige.

Ist Feigheit in Ihren Augen eine Schwäche?

Ich möchte Schwäche gar nicht werten. Feigheit kann ja auch Überlebenskampf sein. Wenn da vorn an der Ecke zwei zwielichtige Gestalten auf eine Frau losgehen... würde man da einsteigen? Würde man da wirklich eingreifen, wenn man nicht gerade einen Baseballschläger in der Hand hat? Da sagt man sich auch, man ist zu feige, in einen solchen Kampf hineinzugehen, weil man Angst vor dem Messer hat, das, zack, ganz schnell im eigenen Bauch landen kann. Generell finde ich, dass Schwäche eigentlich Stärke ist. Weil Schwäche zulässt, weil Schwäche die Augen öffnet und dich mehr hineinschauen lässt in den anderen Menschen. Schwäche hat mehr Ruhe. Also, ich finde Schwäche ist ein sympathischer Geselle.

Gestehen Sie uns eine Ihrer persönlichen Schwächen?

Ungeduld. Mit mir selbst, als auch mit anderen. Und eine meiner Schwächen ist, von anderen das zu erwarten, was ich selber von mir erwarte. Ich mag das nicht, mal ein bisserl hier, mal bisserl da. Ich versuche alles, was an mich herangetragen wird, hundertprozentig zu machen, mit großer Leidenschaft und Genauigkeit.

Ist Ihnen Pünktlichkeit wichtig?

Wenn ich in einer Stunde irgendwo verabredet bin, und alles sich schiebt, ich aber gesagt habe, ich schaffe das zum nächsten Termin pünktlich, dann beeile ich mich so sehr, dass, wenn ich ankomme, ich selbst fünf Minuten zu früh da bin, und innerlich bin ich längst zehn Minuten drüber. Dann denke ich: "Du Vollidiot. Mach dir doch nicht so viele Gedanken." Das ist eine echte Schwäche von mir. Ich finde zwar einerseits, sich viele Gedanken zu machen ist gut, aber... ich würde gerne manchmal weniger denken.

Gibt es eine Unzulänglichkeit, mit der Sie es Ihrer Umwelt oft schwer machen?

Na ja, wenn ich zum Beispiel wie jetzt gerade dabei bin, 60 Drehtage wegzustecken und eigentlich wie 'ne Lampe bin, bei der der Stecker rausgezogen ist. Wenn ich in einem Arbeitsprozess drin bin, dann denke ich sehr viel an die Rolle, da muss ich dann so einen Energielevel halten, damit ich die Rolle auch packe. Privat bin ich dann manchmal unfair. Zu heftig. Oder ich bin von mir enttäuscht und lasse es dann woanders aus.

Was ist das Letzte, was Sie gebrauchen können, wenn Sie sich schwach fühlen?

Jemand, der kommt und sagt: "Siehst du!" Oder: "Hab ich doch gleich gesagt!"

Und was wünschen Sie sich, wie soll man auf Ihre Schwächen reagieren?

Liebevoll. "Macht nix" statt "Siehste."

Wo zeigt Heino Ferch Schwäche?

In meinem Beruf kann ich Schwäche zeigen und verkörpern. Ohne dass das gleich einen therapeutischen Charakter haben soll. Denn diese Nummer "Ich therapiere mich selbst durch meine Arbeit" mag ich gar nicht. Ich spiele, weil ich Lust an den Figuren habe, weil es mir gefällt, wie sich zwei Menschen zwischen den Zeilen begegnen.

Und privat? Können Sie da Schwäche zeigen?

Ja. Natürlich. Wo, wenn nicht da, bin ich blank, bin ich der, der ich bin. Bei deinen engsten Freunden muss das möglich sein. Lange, intensive Freundschaften oder die Liebe, das sind doch Beziehungen, die große Rücksicht und große Behutsamkeit brauchen. Allerdings, dem Menschen, mit dem du zusammenlebst, kannst du nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit mit deinen Schwächen auf die Nerven gehen.

Wie ist es mit der Stärke und der Schwäche in Ihrer Ehe?

Also ich freue mich, wenn ich daneben stehe und meine Frau die Nummer schaukelt. Finde ich großartig! Wenn ich von etwas nicht so sehr die Ahnung habe wie sie, bei den Pferden zum Beispiel, lass ich die Finger davon. "Mach du!", sag ich. Ich könnte es ja versauen.

Sie waren Leistungsturner und sind dann zur Schauspielerei gekommen. Als Turner wird viel Härte gefordert, als Schauspieler soll man dann plötzlich auch Schwächen zulassen können. Wie ging das?

Kunstturnen ist etwas, was lange weh tut. Man muss eisern sein. Immer wieder auf die Schnauze fallen und aufstehen. Beim Turnen, da geht es um diese Disziplin, die ja auch viel mit Festhalten zu tun hat. Ich kam ja schon als Schüler zur Schauspielerei und plötzlich ging's ums Loslassen. Ich musste den Sport erstmal komplett hinter mir lassen. Das war keine leichte Zeit. Mir hat die Schauspielschule dabei geholfen. Wir haben viel an Improvisation gearbeitet. Man geht in eine Situation rein, muss spüren, das Gefühl erkennen, erfassen und spielen. Dieses Wechselspiel zwischen Festhalten und Loslassen, was die Schauspielerei fordert, das musste ich erst einmal als Lust begreifen. Fast wie eine erotische Komponente.

Was war die härteste Lektion, die Sie auf Ihrem Weg als Schauspieler lernen mussten?

Tatsächlich lernen, dass meine Schwäche meine Stärke ist. Auch eine Schwäche dafür zu entwickeln, nichts zu machen, einfach zu sein. Das konnte ich mir mit 18, 19 Lenzen natürlich gar nicht vorstellen, dass es dann plötzlich heißt: "Sei einfach mal nur so da. Das reicht dann schon." Das ist ein Prozess, der einen sehr ungeduldig macht. Weil man Fortschritte will, die auch gleich sehen und gelobt werden möchte. Sofort! Du bist, wenn du mit der Schauspielerei anfängst, wie eine Vase, die gefüllt werden möchte, aber während du lernst, müssen auch Risse, Brüche und Schwächen dazu kommen, damit eine Persönlichkeit entsteht. Da hilft dir dann auch das Leben, harte Krisen, durch die du durch musst...

Sie sprechen von Krisen. Wann haben Sie das letzte Mal geweint?

Gestern. Vor Rührung. Gestern war Weltcupfinale in Aachen. Da hatte ich feuchte Augen. Wenn ich in der Philharmonie sitze und die ersten Takte einer großen Symphonie höre, dann habe ich sofort Tränen in den Augen. Ich bin dann überwältigt. Oder wenn Jos Lansing den fünften Ritt Null Fehler gemacht hat, bei diesem Hammer-Parcours, und so ein Stadion Kopf steht, dann nimmt mich so was mit. Ich bin bei so was sehr nah am Wasser gebaut.

Ihr Vater war Marinekapitän. Ein starker oder ein schwacher Vater?

Ich glaube, man muss schon ganz schön stark sein, um sein Leben lang auf See zu sein. Und alleine zu sein. Da braucht man viel Stärke. Ich bin da anders. Ich bin gerne mit Menschen zusammen, ich würde nie alleine in den Urlaub fahren wollen.

Wie war das, Sohn eines Kapitäns zu sein?

Es war, wie es war. Drei Monate ist der Vater da. Drei Monate ist er weg. Es war immer eine Ausnahmesituation, letztlich. Du hast eben nie einen Alltag mit deinem Vater. Ich habe erst 20 bis 30 Jahre später begriffen, was das mit mir gemacht hat. Ich habe begriffen, dass diese Schnittstellen von Kommen und Gehen unheimlich sensibel behandelt werden müssen. Heute, wenn ich Drehen gehe, versuche ich unheimlich auf die Schnittstellen aufzupassen, weil ich weiß, dass diese Zeiten des Kommens und Gehens ganz schwierige Momente sind.

Und bei was wird Heino Ferch schwach?

Guter Vollmilchschokolade.

Und noch etwas?

Das Interview ist leider zu Ende.
4.10.06 15:21


INTERVIEW

Dieses kleine Interview habe ich auf zdf.de gefunden und wollte es eucht nicht enthalten.
Übrigens ist/ war der Film sehr sehenswert! Also jeder, der vielleicht wenigstens noch den 2. Teil gucken möchte/kann, sollte es auf jeden Fall tun!


>Fritz Karl: Gregor könnte von seiner Herkunft als Fabrikantensohn der klassische Anführer der örtlichen Teenager-Clique sein; was er ja anfangs auch war. Der großmäulige Lautsprecher halt. Doch gleichzeitig führt er einen fast schon verzweifelten Kampf gegen seinen Vater und entdeckt dabei den anfangs verstoßenen Jan als Verbündeten. Mit seinen Ideen und Visionen kanalisiert Jan den oft blinden Aktionismus von Gregor.

Raus aus der Provinz
Heino Ferch: Sie alle haben ihre Träume, die sie zu verschworenen Außenseitern werden lassen. Gerade in der Provinz herrscht oft eine gemeinsame Sehnsucht, die dortige Enge so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Das schweißt sie zusammen. Selbst die aufkeimende Liebe der beiden Jungs zur selbstbewussten Elsa kann daran nichts ändern.

Claudia Michelsen: Elsa ist eine anarchistische Figur, die alle Regeln und Konventionen sprengt. Die Liebe der drei erinnert mich sehr an "Jules und Jim". Über allem steht der gemeinsame Bund sich durchzuschlagen und einen Traum zu verfolgen. Letztendlich ist sie die Schwester in der Bruderschaft und das wiegt stärker als eine klassische Pärchenbeziehung.

Paula, die Vierte im Bund
Martina Gedeck: Paula, Modedesignerin, ist eine lustige Person mit vielen großen Plänen und vielen kleinen Lieben, die sich immer wieder neu entwirft und das Chaos zum Prinzip erklärt. Ihr Glaube an das Leben und die Liebe ist unerschütterlich. Sie kämpft um Jan, indem sie ihm die Freiheit lässt, die er braucht. Sie hat keine Angst zu verlieren und ist am Ende die große Gewinnerin.<


LG
LiLi
13.9.06 15:23


Steckbrief

diesen Steckbrief hab ich auf der Management Seite gefunden.
Fand ihn ganz aufschlussreich! hehe,...


20.3.06 17:13


Alfredissimo

„Ich bin nicht der tägliche Koch, aber ich liebe private Essen mit Freunden“, sagt Schauspieler Heino Ferch, der schon seit Jahren zu den Stars der deutschen Fernseh- und Kinoszene gehört.

„Ich bin ein sehr ästhetischer Koch und meine Küche ist übrigens blitzblank, wenn ich mit dem Kochen fertig bin.“

Wegen seines engen Drehplans kommt er allerdings immer weniger zum Kochen.
„Wenn ich mal zu Hause in Berlin bin, rufe ich sofort meine Freunde an und dann gibt es in der Küche Arbeitsteilung.“

Am liebsten mag er unkomplizierte und leichte Gerichte, muss er als Schauspieler auch auf sein Gewicht achten. Dem ehemaligen Kunstturner fällt das aber nicht schwer.

„Ich habe schon immer sehr gerne Fisch und Gemüse gegessen, und Bier mag ich zum Beispiel gar nicht.“ Dafür ist er aber ein großer Rotweinliebhaber und hat immer einen ausreichenden Vorrat an Spitzenweinen in seinem Klimaschrank.

„Zu einem guten Essen gehört auch immer ein exzellenter Tropfen. Darauf lege ich großen Wert.“

12.3.06 16:13


Schieß den Ball ins Tor...

Die Drei vom Bahnhof Friedrichstraße
Max Raabe stellt mit Heino Ferch und Peter Lohmeyer seinen WM-Song vor


Großer Bahnhof für Max Raabe & Co: Uneingeweihte Fahrgäste und Berlin-Besucher staunten gestern vormittag auf dem Bahnhof Friedrichstraße (Mitte) nicht schlecht. Pünktlich um 10.42 Uhr fuhr der legendäre Original-WM-Zug von 1954 am Gleis 2 ein, der seinerzeit die "Helden von Bern" nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft im Triumphzug durch Deutschland fuhr. Auch diesmal hatte er kostbare Passagierfracht an Bord: Nein, keine Fußballstars saßen in den Waggons, sondern der Berliner Sänger Max Raabe, sein Palastorchester sowie die Schauspieler Heino Ferch und Peter Lohmeyer. Das sichtlich fröhliche Trio blickte aus dem geöffneten Abteilfenster und sang zur Freude der zahlreichen Umstehenden aus voller Kehle den WM-Song "Schieß den Ball ins Tor". Zusätzlich schallte der Titel aus Lautsprechern über die Bahnsteige.
Das Fußball-Lied ist die Single-Auskoppelung von Max Raabes neuem Album "Komm, laß uns einen kleinen Rumba tanzen", auf dem Ferch und Lohmeyer mit zwei weiteren Titeln gemeinsam mit dem befreundeten Raabe zu hören sind. "Auf den Fußballsong kamen wir im Aufnahmestudio, einfach so, beim Herumblödeln", erzählte Raabe beim anschließenden Gespräch und Live-Auftritt im Tränenpalast. In "Schieß den Ball ins Tor" singen die Drei abwechselnd unter anderem:

Raabe: "Der Fußball bewegt sich, denn die Erde dreht sich

um das weiße Lederei herum."

Ferch: "Fußball vergeht nicht,

denn die Erde dreht sich."

Lohmeyer: "Ohne Fußball wär' das Leben halb so schön."

Alle: "Schieß den Ball ins Tor,

laß den Poldi vor, zieh' den Kopfball am Torwart vorbei. Schieß den Ball ins Tor, laß den Poldi vor, schieß den Fußball, den Fußball ins Tor..." Peter Lohmeyer, Hauptdarsteller in dem Film "Das Wunder von Bern", ist auch privat ein großer Fußballfan, kickt mit Freunden in der Freizeit, "am liebsten in der Rechtsaußenposition".

Nur zu gern erinnerte er sich gestern bei der Fahrt im WM-Zug noch einmal an die Dreharbeiten, "die fanden natürlich auch in der berühmten Bahn statt". Für die WM hat er zwei Karten für ein Spiel in Hamburg ergattert. Seine allererste Fußball-WM erlebte Lohmeyer bewußt 1970. "Da war ich acht Jahre alt. Seitdem hat mich das Thema Fußball nie mehr ganz losgelassen."

Schauspieler Heino Ferch (Lieblingsverein Werder Bremen)[anmerkung Lili: ich bin ja mehr Bayern- Fan... pfui spinne bremen...] war früher Leistungssportler, Turner, und erzählte: "Zum Aufwärmen mußten wir immer Fußball spielen." Karten für ein WM-Spiel hat er nicht, "aber ich werde das Geschehen am Bildschirm verfolgen."

Max Raabe erzählte freimütig, daß er zwar Ski läuft, reitet und surft, vom Fußball jedoch "überhaupt keine Ahnung" hat. Der erfolgreiche Musiker betonte aber: "Ich bin kein Fußballmuffel, nur Fußballschlaumeiern, das kann ich nicht." Ja, auch er sei fasziniert von dem Sog, der Fußball ausübt, "ich nehme die Energie wahr, das Gewiesel auf einer grünen Wiese, das sich immer wieder neu ordnet und einer Logik folgt, die nur ein Ziel hat, einen Ball ins Tor zu schießen".

Das Trio Raabe, Ferch und Lohmeyer kennt sich seit längerem. So hatte Max Raabe vor 15 Jahren mit Heino Ferch in Peter Zadeks "Blauem Engel" auf der Bühne gestanden, wußte daß Ferch auch singen kann. Peter Lohmeyer ist bekanntlich ebenfalls nicht nur Schauspieler, sondern auch Musiker.

Ferch und Lohmeyer wollen beim Konzert von Max Raabe und dem Palastorchester am 27. August in der Waldbühne unbedingt dabei sein, "hoffentlich kommt nichts dazwischen".
Barbara Jänichen

Aus der Berliner Morgenpost vom 7. März 2006

das sind ja super neuigkeiten... hehe.
12.3.06 15:36


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